Pflegeheimplatz in München
bekommen – so geht's
Wir wissen, dass diese Situation überwältigend sein kann. Plötzlich müssen Sie sich mit Pflegegraden, Wartelisten und Verträgen beschäftigen – während Sie sich gleichzeitig um einen geliebten Menschen sorgen. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.
Die 5 Schritte im Überblick
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Pflegegrad beantragen
Der erste Schritt auf dem Weg zum Pflegeheimplatz ist der Antrag auf einen Pflegegrad bei Ihrer Pflegekasse. Die Pflegekasse ist an Ihre Krankenkasse angegliedert – ein formloser Anruf oder ein kurzes Schreiben reicht aus, um den Antrag zu starten. Ab dem Tag der Antragstellung haben Sie bereits Anspruch auf Leistungen.
Nach dem Antrag beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst (MD) mit einer Begutachtung. Ein Gutachter besucht die pflegebedürftige Person zu Hause – in manchen Fällen findet die Begutachtung auch telefonisch statt. Er prüft sechs Lebensbereiche: Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Umgang mit Krankheit und Alltagsgestaltung. Auf Basis eines Punktesystems wird ein Pflegegrad von 1 bis 5 vergeben.
Ab Pflegegrad 2 besteht Anspruch auf vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim. Bei Pflegegrad 1 ist ein Heimaufenthalt möglich, wird aber nur mit dem Entlastungsbetrag (125 €/Monat) unterstützt.
Pflegeheim suchen und vergleichen
München hat 57 Pflegeheime – von kommunalen Häusern der MÜNCHENSTIFT über gemeinnützige Einrichtungen der Caritas und Diakonie bis zu privaten Trägern. Die Unterschiede bei Kosten, Ausstattung und Spezialisierung sind erheblich.
Vergleichen Sie systematisch nach den Kriterien, die Ihnen wichtig sind: Lage und Nähe zur Familie, Spezialisierungen (z. B. Demenz oder Palliativpflege), Google-Bewertungen anderer Angehöriger und die monatlichen Kosten.
Setzen Sie sich frühzeitig auf Wartelisten – auch wenn der Umzug noch nicht akut ist. Beliebte Einrichtungen in München sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Vereinbaren Sie Besichtigungstermine bei Ihren Favoriten: Achten Sie auf die Atmosphäre, sprechen Sie mit Bewohnern und Pflegekräften, und fragen Sie nach dem Betreuungsschlüssel.
Heimvertrag prüfen und abschließen
Wenn Sie ein passendes Pflegeheim gefunden haben, schließen Sie einen Heimvertrag (Wohn- und Betreuungsvertrag) ab. Dieser Vertrag regelt alle Rechte und Pflichten – von den enthaltenen Leistungen über die Kosten bis zu den Kündigungsfristen.
Lesen Sie den Vertrag genau: Die monatlichen Kosten müssen transparent aufgeschlüsselt sein – einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) für Pflege, Unterkunft & Verpflegung (U&V) und Investitionskosten. Prüfen Sie auch, welche Zusatzleistungen separat berechnet werden und wie Abwesenheitstage (Krankenhaus, Urlaub) geregelt sind.
Als Bewohner können Sie jederzeit mit 14 Tagen Frist zum Monatsende kündigen – ohne Angabe von Gründen.
Finanzierung klären
Der monatliche Eigenanteil für ein Pflegeheim in München setzt sich aus drei Bausteinen zusammen: dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die Pflege, den Kosten für Unterkunft & Verpflegung und den Investitionskosten. Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad einen festen Zuschuss – den Rest tragen Sie selbst.
Seit 2022 erhalten Bewohner mit Pflegegrad 2–5 zusätzlich einen Leistungszuschlag, der mit der Aufenthaltsdauer steigt: 15 % im ersten Jahr, 30 % im zweiten, 50 % im dritten und 75 % ab dem vierten Jahr. Dieser Zuschlag reduziert den pflegebedingten Eigenanteil spürbar.
Reicht das eigene Einkommen und Vermögen nicht aus, können Sie beim Bezirk Oberbayern „Hilfe zur Pflege“ nach SGB XII beantragen. Seit 2020 werden Kinder erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 100.000 € zum Elternunterhalt herangezogen – die meisten Familien sind davon nicht betroffen.
Einzug vorbereiten
Wenn der Heimplatz gesichert ist, beginnt die praktische Vorbereitung. Klären Sie die Formalitäten: Ummeldung beim Einwohnermeldeamt, Information an Krankenkasse, Rentenversicherung und ggf. Sozialhilfeträger. Kündigen oder untervermieten Sie die bisherige Wohnung – aber nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.
Jedes Pflegeheim stellt ein möbliertes Zimmer bereit, aber persönliche Gegenstände machen den neuen Ort zu einem Zuhause: Lieblingsfotos, eine vertraute Decke, das eigene Kopfkissen oder ein kleines Möbelstück. Sprechen Sie mit der Einrichtung, was mitgebracht werden kann.
Wenn der Umzug dringend ist, das Wunschheim aber noch keinen freien Platz hat, kann Kurzzeitpflege eine gute Brückenlösung sein. Sie ist auf maximal acht Wochen pro Jahr begrenzt, und die Pflegekasse bezuschusst sie mit bis zu 1.774 €. So gewinnen Sie Zeit, ohne auf gute Versorgung zu verzichten.
Sie sind nicht allein
Über 1.200 Familien suchen jeden Monat ein Pflegeheim in München. Viele stehen vor genau denselben Fragen wie Sie: Welches Heim ist das richtige? Wie funktioniert die Finanzierung? Schaffen wir das?
Deshalb gibt es Zuhause für Mama. Wir zeigen alle Pflegeheime in München mit echten, aktuellen Daten – ohne Vermittlung, ohne versteckte Interessen. Damit Sie sich auf das konzentrieren können, was wirklich zählt: Ihren Angehörigen.
Quellen: SGB XI, Medizinischer Dienst Bund, Münchner Pflegebörse. Eigene Recherche.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Für eine persönliche Beratung wenden Sie sich an den Pflegestützpunkt München. Stand: Februar 2026.